Kazanie Bp. Athanasiusa Schneidera, Konstancja, 16.04.2016

Msza Święta pontyfikalna, Konstancja 16.04.2016
Celebrans: Bp Athanasius Schneider

Kazanie: od 22:50 do 36:05
po niemiecku – Deutsch

Krystaliczna katolicka nauka.

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Konstanz, Münster Unserer Lieben Frau, 16. April 2016, Pontifikalmesse

Surrexit Dominus vere. Alleluia! Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Der Herr hat uns die Gnade geschenkt, an diesem geheiligen Ort Seines Hauses und des Hauses Seiner reinsten Mutter Maria, im Konstanzer Münster Unserer Lieben Frau, Ihn mit dem Höchsten zu was die Kirche fähig ist zu ehren, nämlich mit der sakramentalen Darbringung des Kreuzesopfers eines Eingeborenen Sohnes, unseres Herrn und Gottes Jesus Christus. Wir feiern diesen Akt der höchsten Gottesverehrung mit demselben Glauben und sogar in derselben äußeren Form wie es unsere Vorfahren seit über tausend Jahren getan haben und wie es auch die Teilnehmer des Konstanzer Konzils taten, das vor sechshundert Jahren in diesem Gotteshauses stattfand.

Das Konzil wurde zusammengerufen um folgende drei Ziele zu erreichen:

1) Die Einheit der Kirche durch die Beseitigung des großen Schismas. Dieses verursachte innerhalb der Kirche buchstäblich eine Anarchie der Autorität. Die Einheit der Autorität und des Gehorsams wurden – ungeachtet eines gültig amtierenden Papstes – durch zwei gleichzeitig agierenden Gegenpäpste zerstört. Selbst fromme und heilige Menschen (wie z.B. der hl. Vinzenz Ferrer) wussten nicht immer, wem man letztlich in der Kirche gehorchen sollte.

2) Die Beseitigung der Häresien: Elemente sich langsam einschleichender Glaubensirrtümer, welche im Wesentlichen später durch Martin Luther verbreitet wurden, stellten damals schon die Irrtümer der subjektivistischen nominalistischen Philosophie und vor allem die Irrtümer der Priester John Wyclif und Jan Hus dar.

3) Die Reform des sittlichen Lebens an erster Stelle des Klerus. Die Sünde herrschte mächtig in den Reihen des Klerus und selbst des hohen Klerus. Jedoch wusste man in jener Zeit noch, was Sünde ist und nannte die Dinge bei ihrem Namen. Deshalb rief man allseits nach einer Reform an den Gliedern und am Haupt der Kirche. Ein Dekret des Konzils hat sogar konkret die Reform der Römischen Kurie genannt, da der Niedergang der kirchlichen Disziplin sich in jener Zeit sogar im sichtbaren Zentrum der Kirche offenkundig zeigte. In der römischen Kurie ergriff man damals keine wirksamen Maßnahmen gegen den Verfall der kirchlichen Disziplin.

Um die verschiedenen Übel im Leben der Kirche zu beseitigen wie Verwirrung in Fragen der Autorität, Glaubensirrtümer, Disziplin- und Sittenlosigkeit, muss man mit dem wichtigsten Akt der Kirche beginnen, nämlich mit der Gottesverehrung, und zwar mit der rechten Gottesverehrung in der Liturgie. Gibt man Gott im öffentlichen Gottesdienst nicht die Ihm gebührende höchst mögliche Ehre, dann sind alle anderen noch so notwendigen Reformwerke in der Kirche ohne bleibende Wirkung. Dann gelten die Worte des Psalms: „Wenn nicht der Herr das Haus baut, mühen sich jene umsonst, die daran bauen“ (Ps. 126, 1). Man muss Gott wieder ernst nehmen in Seiner Menschwerdung und Seiner gnadenhaften und leiblichen Gegenwart in der Feier der hl. Messe. Denn das heilige Messopfer ist die größtmögliche und die Gottwohlgefälligste Form der Gottesverehrung hier auf Erden.

Das Konzil von Konstanz hat dies erkannt und hat gleich bei der ersten Sitzung am 18. November 1414 bestimmt: „Bei solch einem anspruchsvollen und schwierigen Unternehmen wie der Reform der Kirche darf man sich in keiner Weise auf die eigenen Kräfte verlassen, sondern muss auf die Hilfe Gottes vertrauen. Deshalb muss man beim Göttlichen Kult anfangen (a culto Divino inchoantes), und zwar durch die andächtige Feier der heiligen Messe (cum devotione Missam celebrent).“ Das Konzil sagte weiter, dass nach der Sorge um eine würdige und fromme Liturgie der Messe im Hinblick auf eine wirksame Reform der Kirche noch Folgendes erforderlich ist: Gebete, Fasten, Almosen und fromme Werke. Denn die demuts- und reuevolle Gesinnung von Volk und Klerus wird Gott dazu bewegen, Seiner Kirche reiche Gnaden der Erneuerung zu schenken.

Die rechte Verehrung Gottes in der Liturgie setzt allerdings den rechten Glauben voraus. Der wahre und vollständige katholische Glaube ist göttlichen Ursprungs und ist deshalb das eigentliche Fundament, der Fels, auf dem das ganze Leben jedes einzelnen und der ganzen Kirche ruht.

Das Konzil von Konstanz hinterließ uns eine bleibend gültige Lehre in der folgenden Aussage: „Aus den Schriften und Taten der heiligen Väter wissen wir, dass der katholische Glaube, ohne den, wie der Apostel sagt, es nicht möglich ist, Gott zu gefallen (Hebr. 11, 6), oft bekämpft wurde und zwar von denen, die diesen Glauben hätten pflegen müssen, aber auch von ruchlosen Leugnern, welche aufgrund hochmütiger Neugier mehr wissen wollten, als es zukommt (Röm. 12, 3) und nach der Ehre der Welt strebten. Gegen diese Glaubensverderber wurde der katholische Glaube von den Gläubigen der Kirche gleichsam wie von geistlichen Soldaten mit dem Schild des Glaubens (Eph. 6, 16) verteidigt. Diese Art von geistigem Kampf hatte ihr Vorausbild in den Kriegen, die das Volk Israel gegen die götzenanbetenden Völker führte. Die heilige katholische Kirche ist erleuchtet in der Glaubenswahrheit von den Strahlen des himmlischen Lichtes. Und so blieb sie in diesen geistigen Kämpfen mit der Hilfe Gottes und dem Schutz der Heiligen stets unbefleckt und hat durch den Sieg über ihren Feind, die Finsternis des Irrtums, glorreich triumphiert.“ (8. Sitzung vom 4. Mai 1415).

Die Reinerhaltung des katholischen Glaubens und dessen treue und unmissverständliche Weitergabe ist die erste und wichtigste Aufgabe des Papstes und dies – wenn notwendig – sogar um den Preis des eigenen Lebens. Wie kein anderes erinnerte an diese Wahrheit das Konstanzer Konzil, indem es für künftige Zeiten dem neugewählten Papst vor dessen Amtsübernahme die Ablegung des folgenden Versprechen vorschrieb: „Solange ich Leben werde, werde ich entschieden am katholischen Glauben gemäß der Überlieferung der Apostel, der allgemeinen Konzilien und der anderen heiligen Väter festhalten und ihn bekennen. Ich werde diesen Glauben bis auf den kleinsten Buchstaben unverändert bewahren und bis zur Hingabe meiner Seele und meines Blutes bestätigen, verteidigen und predigen. Desgleichen werde ich den überlieferten Ritus der kirchlichen Sakramente vollständig befolgen und beibehalten.“ (39. Sitzung vom 9. Oktober 1417). Es wäre notwendig, dass auch in unserer Zeit jeder Priester und Bischof vor der Weihe dieses Versprechen ablegen würde.

Der wahre Glaube muss allerdings in der Liebe wirksam sein. Der vollständige und in den Werken wirksame katholische Glaube nährt sich von der erhabenen und wahrhaft göttlichen Liturgie, welche das Werk Gottes und nicht in erster Linie das Werk der Menschen ist. Glaube, Liturgie und Leben bilden eine Einheit: lex credendi – lex orandi – lex vivendi.

Zur Beilegung der Krise der Kirche bediente sich Gott in der Zeit des Konstanzer Konzils in entscheidendem Maße der Laien als Seiner Werkzeuge. Zu nennen wäre Kaiser Sigismund. Dank seines persönlichen Einsatzes kam das Konzil überhaupt zustande und er scheute nicht die Mühe, persönlich nach Südfrankreich zum Gegenpapst Benedikt XIII. zu reisen und ihn kniefällig zu bitten, zum Wohl der Kirche auf seine Funktion zu verzichten. Leider blieb das erfolglos. Der letzte Auslöser für die Beilegung der Kirchenkrise waren allerdings die Kleinen in der Kirche. Als am 11. November 1417 die Kardinäle nach langem Streit im Konklave sich immer noch nicht auf einen Kandidaten einigen konnten, zog an den Fenstern des Konklave-Gebäudes ein Knabenchor vorbei, der das Veni Creator sang. Beim Hören des Gesangs der Kinder mit deren heller und gleichsam himmlisch klingender Stimmen waren die Kardinäle bis zu Tränen gerührt und wählten sofort einen neuen Papst. Dadurch war die große Krise der Kirche, und letztlich das Avignoner Exil zu Ende gegangen.

Bitten wir inniglich die Allerseligste Jungfrau Maria, die Mutter der Kirche, die Siegerin über alle Häresien, um die Beendigung der außerordentlich großen Krise in der Kirche, die wir alle erleben. Wir glauben, dass Maria das tut wird mit dem Herr der vielen Kleinen in der Kirche, die Tag und Nacht mit Tränen und Vertrauen ihre Stimme zu Gott erheben, und Ihn um die erneuerte Reinheit des Glaubens, der Liturgie und des Lebens in der Kirche unserer Tage anflehen. Der einzig wahre katholische Glaube ist der Sieg, der die Welt besiegt (vgl. 1 Joh 5, 4). Amen.

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Bp A. Schneider, Predigt Konstanz 16.04.2016 pdf

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